Gelungene Inklusion bei der Hutny GmbH

Gelungene Inklusion bei der Hutny GmbH
© IHK Mittlerer Niederrhein

Stand: 26.04.2024

Jonah Holtorf freut sich jeden Morgen, zur Arbeit zu kommen. Das ist für den Auszubildenden zur Fachkraft für Lagerlogistik keine Selbstverständlichkeit. Seine ersten beiden Ausbildungsjahre hat der junge Mann in einem Unternehmen absolviert, bei dem er schon mal stundenlang gar nichts zu tun hatte. Das liegt ihm nicht. Er möchte gefordert werden.

Doch der Reihe nach: Im September des vergangenen Jahres nahm eine besorgte Mutter Kontakt zur Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein auf. Ihr Sohn sei Autist und habe nach dem zweiten Ausbildungsjahr die Ausbildung in seinem bisherigen Ausbildungsbetrieb nicht fortsetzen können. Nun seien sie und ihr Sohn auf der Suche nach einem Unternehmen, das es dem jungen Mann ermöglicht, die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik zu beenden. Die Arbeitsagentur war bereit, aufgrund der Behinderung einen Zuschuss zum Ausbildungsentgelt beizusteuern, nur ein passender Betrieb musste noch gefunden werden.

Yannick Haupt von der IHK Ausbildungs-GmbH hatte schnell eine Idee. Als Berater in der Passgenauen Besetzung hat er einen guten Draht zu kleinen und mittelständischen Unternehmen, die auf der Suche nach Auszubildenden sind. Schnell fand er sogar zwei Unternehmen, die dem jungen Mann eine Chance geben wollten. Von beiden Seiten „gefunkt“ hat es dann bei der Firma Hutny, Fachgroßhändler für Hygiene, Reinigung, Inkontinenz, Pflege und Desinfektionsmittel. Kristina Kisker, Ausbildungsbeauftragte und Teamleiterin Vertriebsinnendienst beim Krefelder Unternehmen, hatte nach einem Beratungsgespräch mit Dorothee Schartz von der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber (EAA) bei der IHK Ausbildungs-GmbH keinerlei Bedenken, Jonah Holtorf zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen – und so wurde schnell ein Termin zum Probearbeiten vereinbart. „Nach diesem Termin waren beide Seiten begeistert, und die Entscheidung fiel leicht“, so Haupt.

Seit fast einem halben Jahr ist Jonah inzwischen im Unternehmen und bekommt jetzt seinen eigenen Aufgabenbereich zugewiesen. „Das macht ihn stolz und ist fürs Unternehmen eine Chance, mit einer Förderung des LVR-Inklusionsamtes den Versand von Kleinmengen im Unternehmen neu zu organisieren“, sagt Schartz. Kristina Kisker lobt die Zusammenarbeit mit der IHK: „Die Passgenaue Besetzung ist eine hilfreiche Ergänzung zu unseren eigenen Bemühungen, neue Auszubildende zu finden. Wir können uns durch die Unterstützung von Yannick Haupt auf unser Tagesgeschäft konzentrieren und erhalten dennoch interessante Bewerbungen von potenziellen Auszubildenden. Dadurch haben wir die Möglichkeit, unsere Ausbildungsplätze gut zu besetzen.“ Auch die Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber (EAA) weiß die Personalerin immer an ihrer Seite: „Sollte es irgendwelche Fragen oder Probleme im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Jonah geben, dann kann ich mir bei Dorothee Schartz immer Hilfe holen – sie kann mir die richtigen Ansprechpartner nennen und mögliche Hilfen und Förderungen ausfindig machen.“

Die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Weitere Informationen zu den kostenlosen IHK-Services gibt es online unter:
www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/14705 (Fachberatung Inklusion)
https://www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/9211 (Passgenaue Besetzung)

BILDUNTERSCHRIFT:
Sie haben gemeinsam viel erreicht (v.l.): Hutny-Geschäftsführer Frank Radtke, die Ausbildungsbeauftragte Kristina Kisker, Ausbilder Oliver Schieffer, Azubi Jonah Holtorf sowie Yannick Haupt und Dorothee Schartz von der IHK Ausbildungs-GmbH.