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Der Brexit und seine Folgen

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Am 29. März 2019 verlassen die Briten die Europäische Union (EU). Sollte es bis zum Austrittsdatum kein Austrittsabkommen zwischen Großbritannien und der EU geben, dann würde das Königreich bereits ab dem 30. März 2019 nicht mehr der Zollunion und dem europäischen Binnenmarkt angehören. Damit würde es handelsrechtlich sofort gegenüber der EU auf den Status eines Drittstaates zurückfallen. Zoll- und Passkontrollen würden kurzfristig wieder eingeführt mit den dann zu erwartenden kilometerlangen LKW-Schlangen an der britischen Grenze.

Am 25. November 2018 hatten sich EU und britische Regierung nach langen und ungewissen Verhandlungen auf einen Entwurf eines Austrittsabkommens geeinigt. Der Vertragsentwurf sieht vor, dass trotz Austritts der Status Quo der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU bis Ende 2020 vorerst erhalten bleibt. Danach soll das Vereinigte Königreich Mitglied einer Zollunion mit der EU werden, bis die dauerhaften zukünftigen Beziehungen ausgehandelt worden sind. Als wahrscheinlichste Variante gilt hier ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen Brüssel und London.

Am 15. Januar 2019 hat das britische Parlament jedoch den Entwurf des Austrittsvertrages mit großer Mehrheit abgelehnt. Damit ist die Gefahr eines harten, ungeregelten Brexits so groß wie nie zuvor. Unternehmen sollten sich daher auf ein Worst-Case-Szenario einstellen.

Checkliste zur Vorbereitung auf den Brexit

Ob im Zollbereich oder bei der Mitarbeiterentsendung: Im Geschäftsverkehr mit Großbritannien werden sich nach dem 29. März 2019 zahlreiche Änderungen und bürokratische Zusatzlasten ergeben, auf die sich Betriebe frühzeitig einstellen sollten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat die Checkliste „Are you ready for Brexit?” herausgegeben, die Unternehmen bei ihrer Vorbereitung auf den Brexit unterstützen kann. In 18 Themenfeldern zeigt die Liste auf, wo Anpassungsbedarf in den Unternehmen herrscht. Sie wird im Lichte der Verhandlungsergebnisse schrittweise erweitert und aktualisiert. Die Checkliste ist im Download-Bereich erhältlich.

Brexit-Glossar

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat einen Brexit-Glossar herausgegeben, welches dazu dienen soll, die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit dem Brexit kurz und knapp zu erklären. Das Glossar wird im Rahmen der weiteren Brexit-Verhandlungen stets aktualisiert und ergänzt. Das Glossar ist im Download-Bereich erhältlich.

Umfrageergebnisse: Wie wirkt sich der Brexit auf die Unternehmen aus?

In der DIHK-Umfrage „Going International 2019“ unter den auslandsaktiven Mitgliedsunternehmen der 79 Industrie- und Handelskammern wurden zum dritten Mal die Perspektiven im Geschäft mit dem Vereinigten Königreich abgefragt.

Die Umfrage hat ergeben, dass der nahende Brexit eine große Herausforderung für die Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union (EU) darstellt. Die negativen Effekte des Brexit-Votums belasten die Geschäfte der Unternehmen schon jetzt. Der deutsch-britische Handel ist seit der Brexit-Entscheidung rückläufig. Fast 30 Monate nach dem Referendum und knapp einen Monat vor dem Austritt herrscht über die zukünftigen Handelsbeziehungen weiterhin Unklarheit. Dementsprechend verunsichert zeigt sich die deutsche Wirtschaft. Die Absichten für Investitionen vor Ort gehen zurück. Einige Betriebe planen bereits Investitionsverlagerungen von Großbritannien in andere Staaten -vornehmlich in die Rest-EU.

Die Kernaussagen der diesjährigen Umfrage zum Brexit sind:

1. Der bevorstehende Brexit ist bereits jetzt eine Belastung für Unternehmen

  • Die Sorgen mit Blick auf die weitere Entwicklung sind groß: 70 Prozent der Unternehmen erwarten 2019 eine Verschlechterung ihrer Geschäfte mit Großbritannien.
  • Einige Unternehmen ziehen bereits Konsequenzen. Jedes 8. Unternehmen mit UK-Geschäft plant aktuell eine Verlagerung seiner Investitionen auf andere Märkte. Investitionsverlagerungen aus UK gehen größtenteils nach Deutschland und in andere EU-Länder.

2. Sorgen vor Zöllen und rechtlicher Unsicherheit groß

  • Eine konkrete Vorbereitung im Unternehmen ist weiterhin nur begrenzt möglich. Für mehr als die Hälfte der Unternehmen sind die konkreten Auswirkungen des Brexits weiterhin unklar.
  • Dreiviertel der Unternehmen sorgen sich vor zusätzlicher Zollbürokratie. Daneben bilden höhere Kosten für Zölle und Einfuhrsteuern sowie die rechtliche Unsicherheit die größten Risikofaktoren.
  • Insbesondere KMU stehen vor kostenintensiven Herausforderungen. Ein harter Brexit würde zu Mehrbelastungen durch die zusätzliche Zollbürokratie sowie die Zahlung von Zöllen in Milliardenhöhe führen.

Die Umfrageergebnisse „Auswirkungen des Brexit“ sind als PDF im Download-Bereich zu finden.

Was passiert nach dem Brexit?

DIHK-Brexitexperte Mathias Dubbert zeigt drei mögliche Post-Brexit Szenarien auf:

Quelle: DIHK